Für jemanden, der von außen auf eine Verbindung schaut, mag es verwundern, welche Begriffe wir benutzen und welche Bedeutung diese haben. Wir möchten etwas Klarheit bringen und ein paar Begriffe erklären. 


Studentenverbindung

Studentenverbindungen gibt es, seitdem es Universitäten gibt. Die heutigen Verbindungen sind aus den Orden und den Landsmannschaften des 18. Jahrhunderts entstanden. Später kamen weitere Gruppierungen hinzu, die sich zu sogenannten „Dachverbänden“ zusammenschlossen. Die Ausrichtungen der einzelnen Verbände und Verbindungen sind durchaus unterschiedlich. Während einige Verbindungen in der politischen Bildung aktiv sind, sind andere Verbindungen einer bestimmten Konfession zuzuordnen.  Allen gemein sind in der Regel aber die Gemeinschaft und das Lebensbundprinzip.

 

Fux

Wer bei uns neu eintritt wird zunächst als „Fux“ bezeichnet, einfacher ausgedrückt könnte man von einer Probezeit sprechen. In dieser Zeit lernt der Fux die Verbindung und wir ihn kennen. 

In den sogenannten „Fuxenstunden“ lernt man alles, was man über unsere Verbindung wissen muss. Nach ca. einem Jahr findet eine Prüfung statt und der junge Fux wird geburscht. 

 

Bursch

Als Bursche werden Vollmitglieder unserer Verbindung bezeichnet, die Ihre Fuxenzeit und Burschenprüfung bestanden haben. Als Bursch kann man verschiedene Ämter übernehmen und damit die Geschicke der Verbindung mit leiten. 

 

Alter Herr

Wer sein Studium abgeschlossen und einen Job gefunden hat, kann Alter Herr werden. Damit hat man zwar noch die gleichen Rechte wie die Burschen, allerdings hat man nicht die Verpflichtung, bestimmte Veranstaltungen zu besuchen. Trotzdem kommen alle Alte Herren gerne zu den Veranstaltungen, um die Bundesbrüder wieder zu treffen, mit denen sie gemeinsam studiert haben (Consemester) und neue Bundesbrüder kennen zu lernen. Da wir ein Lebensbund sind, stehen wir für den Bund ein, daher zahlen Alte Herren auch einen Beitrag für den Unterhalt des Hauses und die Veranstaltungen. 

 

Bänder/Band

Wir sind eine „Farbentragende Verbindung“. Unsere Bundesbrüder tragen also ein sogenanntes Band vor der Brust. Vielleicht vergleichbar mit den Schärpen von Staatsoberhäuptern, nur viel schmaler. Unsere Burschenfarben sind „schwarz-weiß-karmesinrot“ mit silberner Perkussion in Anlehnung an die Farben des Norddeutschen Bundes. Unsere Füxe tragen ein Band in „schwarz-weiß-schmalschwarz“ mit silberner Perkussion. Als Besonderheit und zur Erinnerung an die Alten Herren unseres Fusionsbundes, der „Burschenschaft der Niedersachsen“, tragen unsere Alten Herren zusätzlich zu ihrem Burschenband ein Band in „orange-weiß-hellblau“ mit silberner Perkussion.

 

Lebensbundprinzip

Mit dem Eintritt in unsere Verbindung geht man einen Lebensbund ein. Dieser besagt, dass man bis an sein Lebensende Mitglied in unserer Verbindung bleibt. Das hört sich auf den ersten Blick vielleicht erschreckend an. Wenn man aber bedenkt dass man mit der Ehe auch einen Lebensbund eingeht, wird die Sache doch etwas deutlicher. Wir sind füreinander da und unterstützen uns gegenseitig, so gut wir können. 

 

Wahlspruch  

Unser Wahlspruch lautet "Ehre, Freiheit, Vaterland". 

 

Ehre

Die Forderung an sich selbst, nicht nur Gesetze, sondern auch sittliche Normen zu achten.

 

Freiheit

Eintreten für freiheitlich-demokratische Formen in den eigenen Reihen und im Staat, für die Freiheit des Einzelnen und die Freiheit von Forschung und Lehre.

 

Vaterland:

Eintreten für ein freies und geeintes Deutschland in einem freien und geeinten Europa der Vaterländer. 

 

Diese Ideale haben im Laufe der Jahre unterschiedliche Ausprägungen erfahren, blieben aber im Kern, allen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen zum Trotz, bis heute gültig. Jedes Mitglied unseres Lebensbundes hat auch eine eigene Auffassung von der Ausprägung dieser Ideale. So sind diese nicht nur durch den Zeitgeist geprägt, sondern auch durch die Individuellen Ansichten.

 

Akademisches Fechten

Zu unserer Tradition gehört auch das akademisch Fechten, die sogenannte Mensur. Es ist mit dem bekannten Sportfechten kaum zu vergleichen. Die Schläger sehen ganz anders aus, man steht immer an derselben Stelle und auf Masken wird auch verzichtet. 

Fechten bedeutet mehr als nur seinen eigenen Mut überwinden. Fechten bedeutet auch, seine Verbindung zu präsentieren und seinen Mann für die Verbindung zu stehen. Das klingt auf dem ersten Blick anachronistisch, auf den zweiten Blick ist es aber ein tolles Gefühl. Manchmal sogar mit Suchtpotenzial. Akademisches Fechten ist zweifelsohne eine Erfahrung, die man außerhalb von Studentenverbindungen nicht machen kann. 

 

Burschenschaft der Norddeutschen und Niedersachsen

Argelanderstraße 171 - 53115 Bonn